Physiotherapie Anke Fischer-Schuchardt
Anke Fischer-Schuchardt
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10437 Berlin

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News

Umarmen ist wie Tanzen: Man verlernt es auch in Zeiten sozialer Distanz nicht

Weihnachten, das Fest der Liebe und der Nähe. In diesem Jahr ist alles anders, Berührungen sind in Pandemie-Zeiten ein rares Gut geworden. Man umarmt seltener Freunde, Treffen sind limitiert, Freizeitbeschäftigungen wie gemeinsames Tanzen nicht möglich – Abstand gehört zum Anstand. Prof. Dr. Sabine Koch, Professorin für Tanz- und Bewegungstherapie an der SRH Hochschule Heidelberg, erklärt im Interview, welche Folgen dieses Social Distancing und das Fehlen von Berührungen auf die Psyche der Menschen haben – und wie man Berührungen ersetzen kann.

Frau Koch, vor einem Jahr hätten wir über diese Frage vielleicht noch gelacht. In Corona-Zeiten sind Berührungen zwischen den Menschen jedoch spürbar seltener geworden. Wie umarmt man sich eigentlich richtig? Und kann man das verlernen?
Nein, Berührungen sind wie Tanzen, das verlernt man nicht. Vielleicht tritt man nach längerer Tanzabstinenz dem Anderen mal auf den Fuß, aber die Schritte bleiben gleich. Schon vor Corona haben wir Umarmungen untersucht und festgestellt, dass es Phasen gibt. Wenn wir Umarmungen beenden wollen, geben wir Signale zur Ablösung: Wir klopfen auf den Rücken. Eine unserer Bachelorstudentinnen hat 60 Personen umarmt, deren Augen verbunden waren, sodass das Aussehen oder eventuelle Bekanntschaft irrelevant waren. Die Versuchspersonen sollten ein Taschentuch fallen lassen, sobald sie ein Signal von Ablösung wahrnehmen, und hier hat sich unsere Klopf-Hypothese bestätigt. Feste Umarmungen werden übrigens generell präferiert. Eine Beobachtungsstudie an öffentlichen Plätzen hat darüber hinaus gezeigt, wenn zwei Frauen oder ein Mann und eine Frau sich umarmen, dann gibt es diese Phase mit den sich hingebenden Rhythmen und einer späteren Ablösung. Aber wenn zwei Männer sich umarmen, dann fangen sie normalerweise gleich an zu klopfen. Die Ablösung geschieht früher.

Umarmungen und Tanzen haben viel gemeinsam. Setzt das Tanzen hier noch einen drauf?

Beim Tanzen umarmen wir uns dauerhaft, trennen uns wieder, kommen wieder zusammen. Wobei dies in der Tanztherapie auch anders ist – zumindest außerhalb der Gruppentherapie tanzen und bewegen wir uns auch viel alleine. Dabei spielen Bewegungsrhythmen eine ständige Rolle der Strukturierung und des Ausdrucks von Bedürfnissen. Beim Tanzen kommt noch die Musik dazu, die uns Schwung gibt oder verlangsamen kann. Auf die Signale des eigenen Körpers und des Gegenübers zu achten und sein Verhalten entsprechend zu steuern, das geschieht beim Tanzen wie beim Umarmen meist unbewusst und ist doch in allen Lebenslagen so wichtig.

Was passiert in diesen Momenten, wenn wir umarmt werden oder eben tanzen?

Die Haut ist ja das größte Sinnesorgan, das wir haben. Taktile Stimulation ist also sehr wichtig. Wenn wir berührt, gedrückt werden, schütten wir Glückshormone aus, vor allem Oxytocin. Dieser Boost für die Psyche zahlt auch aufs Immunsystem ein.

Nun fehlt dieser Boost aktuell an vielen Stellen, auch in der Ausbildung der
Tanztherapeut*innen. Können wir Berührungen in diesen Zeiten ersetzen?


Ja, Berührungen und Nähe fehlen uns allen. Alle Theorie-Fächer finden zurzeit online statt. Praxiseinheiten, die nur in Präsenz erfahrbar sind, erfolgen in kleinen Gruppen und natürlich unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen. Ehrlich gesagt, ist es mir manchmal lieber, auch praktische Einheiten online durchzuführen, denn am PC habe ich die Mimik der Studierenden vor Augen, nicht die Masken. Am Bildschirm kann man die ungewöhnliche Situation tatsächlich manchmal besser vergessen, weil auch hier eine ganz enge Verbindung und aktuell oft mehr Nähe entstehen kann als vor Ort.

Wir können uns vor den Bildschirmen selbst berühren, unsere Beine umschlingen, aber auch unsere Körper abklopfen. Wir alle schieben mehr Gegenstände herum oder drücken Kissen und andere Dinge. So binden wir auch Objekte ein oder arbeiten gedanklich interaktiv. Viele meiner Studierenden setzen sich auch auf den Boden, weil man dort mehr Berührungsfläche hat. Das ist auch bei der Arbeit mit Patienten möglich: Um die Körpergrenzen zu spüren, kann man sich selbst abklopfen, sich gemütlich hinlegen, natürlich auch tanzen. Das alles erproben wir im Unterricht. Wir werden sehr kreativ! Gerade jetzt merken wir, dass Tanztherapie hier viel bewirken kann, ob bei Einsamkeit oder körperlichen Einschränkungen.

Was fehlt Ihnen persönlich im Moment am meisten?

Das Rauskommen – ich bin aktuell fast rund um die Uhr im Homeoffice, und irgendwie unterscheiden sich die Wochentage fast nicht mehr von den Wochenenden. Da muss man schon ein bisschen auf sich selbst achten und auch mal an die frische Luft gehen. Meine Hauptkraftquelle ist momentan das Musik machen und das mantra-ähnliche Singen im Rahmen meiner Bewegungspraxis, der Capoeira. Solche kulturellen und künstlerischen Ressourcen sind in der Pandemie extrem wichtig, um aufzutanken und für sich zu sorgen. Aber wir wissen auch, dass es eine Phase ist, die zu Ende geht. Sich für eine gewisse Zeit selbst einschränken und neue Wege finden, das geht, wenn man weiß, dass es hilft Menschenleben zu retten.

Deutsche Krebshilfe rät zu Bewegung mit Abstand

Gerade jetzt, während des aktuell geltenden Lockdowns, nach den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel ist körperliche Aktivität besonders wichtig: Sie wirkt sich positiv auf die Psyche aus, stärkt das Immunsystem, hilft Übergewicht zu vermeiden und reduziert das Krebsrisiko. Daher rät die Deutsche Krebshilfe: Bleiben Sie in Bewegung! Nutzen Sie Bewegungsformen, die auch während der Covid-19-Pandemie möglich sind, ohne sich selbst und andere zu gefährden.

Sportstätten sind geschlossen, Mannschaftssport findet nicht statt und auch ein Training in Fitnesscentern ist nicht erlaubt. Die mit der Covid-19-Pandemie verbunden notwendigen Vorgaben zur Reduzierung von Kontakten schränken die Bewegungs- und Sportmöglichkeiten der Menschen stark ein. Dies bedeutet jedoch nicht, dass auf ausreichend körperliche Aktivität verzichtet werden sollte. „Es gibt auch in der jetzigen Zeit ausreichend Möglichkeiten, sein Leben bewegungsreich zu gestalten, beispielsweise mit Spaziergängen im Wald, Joggen oder Walken auf wenig frequentierten Strecken oder mit Fitness- und Gymnastikübungen zuhause“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.  

Auch im Alltag ist Bewegung möglich und hilfreich. Wer anstatt mit Bus oder Bahn mit dem Rad fährt und die Treppe anstatt des Aufzugs nimmt, tut etwas für seine Gesundheit und kann gleichzeitig enge Kontakte zu anderen reduzieren.  

Wird die körperliche Aktivität über mehrere Wochen jedoch eingestellt, hat dieses auf den Körper negative Effekte: Bereits nach einigen Tagen steigt der Blutzuckerspiegel, der Stoffwechsel wird heruntergefahren und auf Dauer steigt der Blutdruck. Zudem kommt es zu einem Verlust der Ausdauerfähigkeit und etwas verzögert nimmt die Muskelkraft ab.  

Dauerhaft führt ein inaktiver Lebensstil – gemeinsam mit einer erhöhten Kalorienzufuhr – zu Übergewicht. Ein zu hohes Körpergewicht stellt langfristig ein gesundheitliches Problem dar. In den Fettzellen spielen sich Prozesse ab, die das Entstehen verschiedener Krebsarten begünstigen. Ein hoher Körperfettanteil erhöht das Krebsrisiko für insgesamt 13 Krebsarten.

Informationen und Hilfestellungen, um den Alltag bewegter zu organisieren – zum Beispiel in Arbeitspausen − bietet der Präventionsratgeber der Deutschen Krebshilfe 'Schritt für Schritt. Mehr Bewegung, weniger Krebsrisiko'. Der Ratgeber kann kostenfrei bestellt werden: Deutsche Krebshilfe, Buschstr. 32, 53113 Bonn oder im Internet unter www.krebshilfe.de/infomaterial.

19.01.2021 DGA | Quelle: Deutsche Krebshilfe (openPR)

In der Corona-Krise erst recht

Die Corona-Pandemie manövriert immer mehr Familien in eine andauernde Phase höchster Belastung. „Der ‚Druck im Kessel‘ ist bei vielen enorm groß“, bestätigt Kinder- und Jugendanwalt Martin Menzel-Bösing. Er bittet Eltern oder alleinerziehende Elternteile, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn es immer wieder zu Eskalationen mit dem Kind kommt, denn er weiß: „Kinder können – und in Krisensituationen ganz besonders – äußerst anstrengend sein, die Eltern förmlich an Grenzen bringen“. Ergotherapeuten, denen seiner Meinung nach beim Kinderschutz eine Schlüsselposition zukommt, vermitteln Eltern Strategien für einen besseren Umgang mit kritischen Situationen ebenso wie einen neuen Blick auf das eigene Kind und sich selbst. Das Gute: als systemrelevanter Part der medizinischen Versorgung kümmern sich ergotherapeutische Praxen auch während des Lockdowns um ihre Patienten und Klienten, vor Ort oder per Videotherapie.

Die derzeitigen, durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen stellen vor allem Eltern vor ungeahnte Herausforderungen. In der Krise kommt vieles zum Vorschein, was sich zuvor im Familiensystem nicht gezeigt hat; Kinder werden zunehmend anstrengend bis auffällig. Besonders hart trifft der Lockdown Eltern oder Alleinerziehende mit schwierigen Kindern, die in regulären Zeiten auf externe Infrastrukturen wie Beratungsstellen oder Familienhilfe und andere Einrichtungen zurückgreifen konnten, die jedoch Pandemie-bedingt geschlossen haben oder ihr Angebot ausdünnen mussten.

Situation in Familien spitzt sich zu Eltern können einfach nicht all das, was zurzeit wegfällt, auffangen oder kompensieren. Haben anfangs vor allem die Anforderungen an die Eltern durch Homeschooling die Eltern-Kind-Beziehung belastet, kommt mittlerweile hinzu, dass es noch immer zu wenig oder gar keine Möglichkeiten für Sport und Bewegung für die Kinder gibt: Schulsport findet ebenso wenig statt wie Sport im Verein. Gleichzeitig verbietet das Reduzieren der sozialen Kontakte, sich auf dem Spiel- oder Sportplatz zu treffen. Die Brisanz dieser neu geschaffenen Rahmenbedingungen für Kinder wird von außen, insbesondere von Personen, die selbst keine Kinder haben, völlig unterschätzt. Möglicherweise sogar von den Eltern selbst. „Der Kinderarzt ist ein vertrauensvoller Ansprechpartner, wenn Eltern feststellen: ‚Wir haben Schwierigkeiten mit dem Kind‘“, sagt Martin Menzel-Bösing, der sich weniger Mandate und dafür der Gesellschaft mehr (psychisch) gesunde Kinder wünscht. Er weiß, wie leicht die Kinderpsyche in dauerhaft prekären Familienverhältnissen Schaden nimmt und empfiehlt daher, dringend dem Rat von Experten wie dem Kinderarzt zu folgen. Dieser kann beispielsweise Ergotherapie verordnen.

Ergotherapeuten arbeiten an der Eltern-Kind-Beziehung Menzel-Bösing ist dankbar dafür, dass Ergotherapeuten im Gegensatz zu den systemstabilisierenden Einrichtungen wie Beratungsstellen & Co. die gesamte Zeit und während sämtlicher Lockdowns durchweg da waren und da sind. Zumal sie auf allen Ebenen arbeiten – mit den Kindern, aber eben auch mit den Eltern. Kinder verlangen Eltern viel ab. Das wissen Ergotherapeuten durch ihre tägliche Arbeit sehr gut. Sie stärken Kinder und statten sie mit Kompetenzen aus, um sich in bestimmten Situationen besser steuern und mit ihren Impulsdurchbrüchen besser umgehen zu können. Gleichzeitig beraten Ergotherapeuten die Eltern, wie sie bei herausfordernden Verhaltensweisen ihrer Kinder die eigene Hilflosigkeit durch pädagogisches Geschick ersetzen können. Und zwar so, dass es zu ihren eigenen Werten und Erziehungsgedanken passt. „Ergotherapeuten schauen immer individuell“, weiß der Kinder- und Jugendanwalt, der die Fähigkeiten von Ergotherapeuten durch seine Lehrtätigkeit an einer Fachschule für Ergotherapie gut einzuschätzen weiß. Besonders wichtig aus seiner Sicht: die praxisnahe Vorgehensweise von Ergotherapeuten. Sie setzen unter anderem beobachtende Verfahren ein, um sich selbst ein Bild über die aktuelle Lage zu verschaffen. Sie schauen sich heikle tägliche Aufgaben im Alltag an, wie Hausaufgaben machen, Zubettgehen, gemeinsames Essen. Solche Situationen sind mit einem hohen Eskalationspotenzial behaftet. Insbesondere dann, wenn bei allen die Nerven blank liegen, gerät das Kind dabei oft ebenso außer Kontrolle wie die Eltern.

Ergotherapeuten beraten und schulen Eltern Ergotherapeuten vermitteln Eltern – meist sind es rollenbedingt in erster Linie Mütter – vor allem eine andere, erzieherische Haltung, um von einer defizitären, gereizten Sichtweise auf das Kind wegzukommen. Erst mit einem entspannten und liebevollen Blick ist es möglich, das eigene Kind zu verstehen und zu akzeptieren: Das Kind ist so, wie es ist. Und das ist gut so. Es gibt weder perfekte Kinder, noch gibt es perfekte Mütter und Eltern. Und das ist in Ordnung. Gleichzeitig beleuchten Ergotherapeuten gemeinsam mit den Eltern, welche Möglichkeiten für sie passen, um in der Erziehung mit Klarheit und Konsequenz zu handeln und dem Kind eindeutige Grenzen zu setzen. Ebenso, wie den nötigen Spielraum zu lassen. Wie das alles in der Praxis klappt, überprüfen Ergotherapeuten kontinuierlich, indem sie immer wieder fragen und das Zusammenspiel von Eltern und Kind beobachten: Was funktioniert schon gut, was ist zu verändern oder anzupassen.

Kinderschutz als soziale Verantwortung des Umfelds „So läuft es im Idealfall“, erklärt der Kinderanwalt. In den Fällen, in denen er ein Mandat erhält, geht es den Kindern jedoch schon sehr schlecht, sie haben Schlimmes erlebt und es ist klar: das Umfeld muss etwas bemerkt haben, hat aber nichts unternommen. Damit es mehr ‚Idealfälle’ geben kann, fordert Menzel-Bösing daher nicht nur Eltern selbst auf, sondern auch das Umfeld: „Werdet aktiv!“ Damit meint er nicht etwa einmischen, denunzieren oder anzeigen, sondern zu sagen: „Ich kenne das, was Du erlebst, Krisenphasen sind normal. Überforderungszeiten und -situationen gibt es in jeder Familie. Manchmal weiß man einfach nicht weiter, aber wir wollen doch alle nur eins: dass es dem Kind gut geht, denn nur dann geht es auch uns selbst gut.“ Wer Eltern oder Elternteile in prekären Situationen verständnisvoll und einfühlsam anspricht, tut Gutes, ist wirkungsvoller Kinderschützer. Denn Kinderschutz ist nicht dazu da, die Eltern zu strafen. Kinderschutz dient Eltern und Kindern, möglichst gewaltfrei miteinander leben zu können.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeuten vor Ort; Ergotherapeuten in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche

Megatrend „New Work“ revolutioniert das Arbeitsleben

Macht der Büroalltag unsere Gesundheit kaputt? In vielen Unternehmen gibt es wenig flexible Arbeitszeiten, strenge Hierarchien ohne Entfaltungsmöglichkeiten und stundenlanges Sitzen, ohne sich zu bewegen. Das schadet Körper und Psyche. Ein neuer Ansatz muss her. Insbesondere die Millennials und die Generation „Z“ wünschen sich flexiblere Arbeitsbedingungen – räumlich, zeitlich und organisatorisch. Die Lösung: „New Work“ – eine neue Arbeitsweise, die den Fokus auf den Menschen legt. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und Bewegungsexperte Dr. Dieter Breithecker erklären den Megatrend und wie er Gesundheit und Wohlbefinden im Arbeitsleben verbessern kann.

Arbeiten neu gedacht

Schluss mit veralteten Arbeitskonzepten: Klassische Nine-to-Five-Jobs oder strenge Hierarchien gibt es mit „New Work“ nicht mehr. Begründer dieser Idee ist der österreichisch-US-amerikanische Philosoph Frithjof Bergmann. Er beschreibt einen Strukturwandel der Arbeitswelt, bei dem das Wohlbefinden des Arbeitnehmers im Fokus steht. Durch selbstorganisiertes, sinnstiftendes und flexibles Arbeiten auf Augenhöhe entfalten sich Arbeitnehmer und fühlen sich wertgeschätzt. Dr. Dieter Breithecker, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs-und Bewegungsförderung e. V. erläutert: „Bei New Work steht der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Vordergrund. Wann, wie und wo sie arbeiten, entscheiden die Arbeitnehmer in Abstimmung mit der Unternehmensführung und den zu bearbeitenden Inhalten. Diese Art des Arbeitens hält Psyche und Körper gesund. Nicht in allen Berufen ist das umsetzbar. Doch langfristig wird sich die Arbeitswelt in diese Richtung entwickeln“.

Endlich mehr bewegen

In einer freieren und flexibleren Arbeitswelt spielt die Gesundheit der Beschäftigten eine große Rolle. Sind Körper, Geist und Seele ausgeglichen, führt das zu mehr Wohlbefinden, weiß Experte Dr. Breithecker. Vor allem regelmäßiges Bewegen ist essenziell, da es biochemische Prozesse auslöst, die Körper, Geist und Psyche gesund halten. Untersuchungen beweisen: Langes und starres Sitzen ist schädlich und führt zu schlechteren Stoffwechselprozessen. Das begünstigt Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck und schwächt die Konzentration. Hier setzt „New Work“ an: „Nach einem Bürotag sind die meisten träge und verbringen den Abend auf dem Sofa. Synchronisieren wir Arbeit, Freizeit und Arbeitsort besser, haben wir mehr Zeit und Motivation uns zu bewegen oder Sport zu machen.“, so Breithecker.

Der Arbeitsplatz der Zukunft

Wie sieht arbeiten im Zeitalter von New Work konkret aus? Ein Patentrezept gibt es nicht. Denn: Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse. Breithecker erklärt: „Die Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung ist Typfrage. Es gibt keine ideale Arbeitsplatzlösung für alle.“ Generell führt der Weg vom langen Sitzen hin zu mehr körperlicher Aktivität. Dazu zählen Sport und sitz- und stehdynamische Prozesse, die Haltungswechsel ermöglichen.

Im Büro der Zukunft darf ein klassischer Bürodrehstuhl mit dazugehörigem Schreibtisch nicht mehr die alleinige rückengesunde Empfehlung sein. Vielmehr zählt: So viel Sitzen wie nötig, so viel Aktivität wie möglich. Der Experte empfiehlt Sitz-Stehpulte und bei berufsbedingt längeren Sitzzeiten aktiv-dynamische Bürostühle. Diese verfügen über dreidimensionale Sitzfunktionen, die natürliche Wechselhaltungen aktiv unterstützen. Meetings werden am besten im Stehen oder mit Stehhilfen abgehalten. „Bewegungsverführer“ wie Aktiv-Matten bewegen Füße und Beine und fördern die Durchblutung. Das Gehirn wird besser mit Sauerstoff versorgt. Balanceboards und Indoor-Minitrampoline bringen beim Telefonieren auf einfache Weise mehr Bewegung in den Arbeitsalltag.

Das Homeoffice verleitet dazu, sich weniger zu bewegen. Breitheckers Tipp: „Schaffen Sie Bewegungsanreize, indem Sie den Papierkorb außer Reichweite stellen. Temporär können Sie auf einem mobilen Hocker am Esszimmer- oder Gartentisch arbeiten. Ein annähernd in Stehhöhe vorhandenes Board verleitet zum Arbeiten im Stehen. Zwischendurch ist auf dem Sofa lümmeln auch mal erlaubt. Nutzen Sie Pausen für Spaziergänge an der frischen Luft.“

12.01.2021 DGA | Quelle: Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.



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Airflow-Geräte

Pulver-Strahl-Geräte, mittels derer Verfärbungen an den sichtbaren Zahnflächen entfernt werden können, ohne dass der Zahnschmelz angegriffen wird.